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Für viele Menschen in Süddeutschland ist Kartoffelsalat mit einem Dressing aus Essig, Brühe und Öl das einzig Wahre und wird mit Vorliebe als Beilage zu Schnitzel, Würstchen und Co. gereicht. Je nach Region kommen noch weitere Zutaten in die Schüssel.
Das Geheimnis des schwäbischen Kartoffelsalats liegt in der Brühe. Sie kommt heiß über die noch lauwarmen Kartoffelscheiben. Dazu gesellen sich Senf, Sonnenblumenöl, Weißweinessig, Zwiebelwürfel und gehackte Petersilie für das perfekte Aroma. Dann nur noch mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Wichtig bei der Zubereitung des schwäbischen Klassikers: Die Zutaten in der Schüssel nicht rühren, sondern behutsam wenden, sonst wird der Kartoffelsalat zu matschig.
Der auch als „Erdapfelsalat“ bekannte bayerische Kartoffelsalat kommt noch etwas deftiger daher. Neben festkochenden Kartoffeln wandern gebratener Speck, Gewürzgurken und gewürfelte rote Zwiebeln in den Salat. Die Marinade besteht aus warmer Fleischbrühe, Weißweinessig, Rapsöl und Senf. Wer mag, gibt noch ein Schlückchen Gurkenwasser hinzu. Nach dem Durchziehen kurz vorm Servieren fein geschnittenen Schnittlauch oder gehackte Petersilie unterheben. Für einen kleinen neuen Dreh etwas süßen Senf statt mittelscharfen verwenden.
Darf es ein bisschen frischer sein? Dann schmeckt der Kartoffelsalat mit Rucola und Speckbesonders gut. Die zarten Salatblätter sorgen zusätzlich für eine nussige Note und knackige Frische. Oder wie wäre es mit einem Kartoffelsalat mit Speck und Champignons, Feldsalat und Frühlingszwiebeln? Deftig, würzig gut!
Im Norden und Osten von Deutschland kommt meist Kartoffelsalat mit Mayo auf den Tisch. Er ist der Dauerbrenner beim Grillfest und darf an Heiligabend traditionell als Beilage das Wiener Würstchen auf dem Teller begleiten.
Klassisch werden die Pellkartoffeln mit (wie bei Oma) selbstgemachter Mayonnaise oder (auf die Schnelle) Mayo aus dem Glas zubereitet und nach Geschmack mit weiteren Zutaten kombiniert. Mal mit Gewürzgürkchen und Eiern, mal bodenständig mit Fleischwurst oder knackig frisch und fruchtig, wie im Kartoffelsalat mit Apfel, Gurke & Radieschen.
Der Kartoffelsalat mit Mayo und Fleischwurst ist ein kultiges DDR-Originalrezept. Viele kennen diese Variante auch als böhmischen oder sächsischen Kartoffelsalat. Der Klassiker besteht aus:
Kartoffeln (gewürfelt oder in Scheiben)
Dazu kommt ein Dressing aus Mayonnaise, mittelscharfem Senf, Salz, Pfeffer, Zucker und – ganz wichtig – Gurkenwasser zum Abrunden. Das macht den Salat schön saftig und leicht säuerlich. Den Kartoffelsalat bis zum Servieren gut kühlen, aber mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen, damit er sein Aroma entfalten kann.
Kartoffelsalate ohne Mayo sind ideal für heiße Sommertage. Sie gelingen leicht und lecker mit Naturjoghurt, Sojajoghurt, Gemüsebrühe, Zitronen-Vinaigrette oder Honig-Senf-Dressing.Frische Kräuter und knackiges Gemüse machen aus dem Klassiker eine moderne Version, die jeder gern aufgabelt: sommerlicherKartoffelsalat ohne Mayonnaise.
Kartoffelsalat gelingt auch rein pflanzlich – und zwar richtig gut! Die vegane Basis: Ein Dressing aus Gemüsebrühe, Weißweinessig, körnigem Senf und einem guten Schuss Olivenöl, wie im Radieschen-Kartoffelsalat mit Frühlingszwiebeln, Brunnenkresse und gerösteten Sonnenblumenkernen.
Eine weitere vegane Variante: Kartoffel-Gurken-Salat mit Drillingen, Salatgurke, Zuckerschoten und einer zitronigen Vinaigrette.
Köstlich cremig: Eine Kombination aus Sojajoghurt, Zitronensaft, Gurkenwasser und Öl kommt dem klassischen Kartoffelsalat mit Mayo erstaunlich nahe. Dazu zum Beispiel Apfelwürfel, Staudensellerie oder geröstete Nüsse kombinieren.
Kreativ, bunt, nährstoffreich: Kartoffelsalat-Rezepte sind wunderbar wandelbar und lassen sich je nach Vorliebe anpassen. Nach Urlaub schmeckt der mediterrane Kartoffelsalat mit getrockneten Tomaten, schwarzen Oliven, Rucola und gerösteten Pinienkernen.
Neu aufgetischt und richtig angesagt: Smashed Potato Salad – Pellkartoffeln, die auf einem Blech flach gedrückt, mit einem Würzöl mariniert und im Ofen knusprig gebacken werden. Anschließend landen sie mit cremigem Joghurtdressing, Salatgurkenscheiben und Dill in der Salatschüssel – Happy End!
Ein weiterer Leckerbissen: Der Ofen-Kartoffelsalat mit Frühlingsgemüse – leichte Röstaromen, lauwarm serviert, perfekt als Abendessen oder Beilage beim BBQ.
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die ein gutes Gericht zu einem echten Highlight machen. Diese kleinen Kniffe kitzeln noch etwas mehr aus Kartoffelsalat-Rezepten heraus:
Für einen Kartoffelsalat sind festkochende Kartoffeln die erste Wahl. Sie bleiben beim Schneiden in Form und zerfallen nicht beim Umrühren wie ihre mehlig kochenden Kartoffel-Kumpanen. Passende Sorten sind Annabelle, Nicola oder Sieglinde. Alternativ eignen sich auch vorwiegend festkochende Sorten wie Linda oder junge Kartoffeln wie Drillinge.
Für den Kartoffelsalat lässt man Kartoffeln am besten mit Schale20 bis 25 Minuten in einem Topf sanft kochen. Gerade so lange, bis ein spitzes Messer leicht in die Kartoffeln hineingleitet. Danach abgießen, kurz abkühlen und ausdampfen lassen, pellen und in Scheiben oder grobe Würfel schneiden.
Mit Schale gekocht nehmen die Knollen weniger Wasser auf und bleiben etwas fester in der Konsistenz. Perfekt zum Schneiden und Mischen.
Mindestens 30 Minuten, besser ein bis zwei Stunden sollte der Kartoffelsalat bekommen, um gut durchziehen zu können – das gilt sowohl für Mayo als auch Essig-Öl-Varianten.
Man kann Kartoffelsalat auch problemlos am Vortag zubereiten – so schmeckt er oft sogar noch besser. Am besten gut verpackt über Nacht in den Kühlschrank geben und am nächsten Tag bei Bedarf noch etwas nachwürzen.